Urban Art · Auf dem Berliner Liste 2016 erstmals mit dabei

Auch 2016 zeigt das Festival im Kraftwerk Berlin junge Kunst vom Feinsten. Von 15. bis 18. September wird zeitgenössische Kunst präsentiert, die den Dialog sucht und den gegenwärtigen Zeitgeist widerspiegelt. Neu ist: Urban Art bekommt neben Skulpturen, Installationen, Acrylbildern und Zeichnungen 2016 ihren festen Platz in der Ausstellungshalle. Mit viel Platz auf zwei Ebenen – auch für große Formate. Als Kurator dieser Section tritt Guillaume Trotin die Aufgabe an, der sonst als Direktor der Open Walls Galerie bekannt ist.

Schon gewusst: Die Berliner Liste ist die größte Kunstmesse in Berlin!

Urbanart – was steckt dahinter?

Street-Art hat schon lange den Stadtraum erobert: Sie ist jung, urban, provokant und inspirierend. Was in den 80er Jahren als Protest auf die etablierte, oft abgeschottete Kunstszene entstand, hat sich längst von New York über Berlin, London und Barcelona als eigenständige Kunstform entwickelt und reicht mittlerweile über ihre Spuren an Mauerwänden, Fassaden oder Straßenschildern. Mit Spraydose und Pinsel werden Botschaften im öffentlichen Raum hinterlassen: Gegen Spießigkeit und Ausgrenzung. Für Lust und Freude am Experimentieren. Und vor allem: Gegen den Anspruch, dass der Kunstmarkt allein vorgibt, was Kunst darf und wie diese auszusehen hat. Jeder soll teilhaben und jeder kann diese Street-Art sehen. Überdimensionale Figuren, die an Hauswänden hochklettern. Graffitis, die kantig, schwarz und diagonal ins Bild gesetzt ein Aufruf sind. Auch Comicfiguren, Tiere, Menschen, die eine Szene beleben, authentisch sind. Kunst im städtischen Raum ist so vielseitig wie die ausführenden Künstler. Sie entsteht unmittelbar mit der Spraydose, aber auch mit der Schablonentechniken. Auch Sticker, die mit Übermalungen fortgeschrieben werden, gehören zu dieser Szenekunst. Urban Art setzt sich mit verschiedenen Themen kritisch auseinander. Soziale Ungerechtigkeit, Homophobie, Rechtsextremismus und Ausgrenzung sind beispielsweise Themen, die berühmte Street-Artists wie Banksy immer wieder thematisiert haben. Aber es geht nicht nur um Kritik. Farben voller Vitalität und Kraft zwingen den Betrachter förmlich zum Hinschauen. Ob knalliges Blau, markantes Schwarz oder leuchtende Rot- und Rosatöne, Urban Art entfaltet sich in einem eigenen Farbkosmos. Die Kunst setzt auf Kommunikation, Auseinandersetzung, frischen Wind. Doch längst nicht alle Kunstwerke kommen schrill daher. Auch kleine, nur in grauer Farbe gepinselte Mädchen mit rotem Luftballon oder Herzen werden zum Hingucker, weil sie eine Aussage vermitteln. Denn Urban Art ist selten kitschig oder banal. Sie ist plakativ und gibt oft tristen Orten wie Bahnunterführungen oder Brückenpfeilern ein menschliches Gesicht. Gleichzeitig rüttelt diese Street Art auf, fordert heraus. Große Kunstwerke gestalten den Stadtraum zwar entscheidend mit – etwa bei einer Baustellenlücke. Doch letztlich spielt es eine untergeordnete Rolle, wie groß das Kunstwerk ist: Sieht man als Fußgänger in einer Unterführung eine gemalte Katze, die einer Ratte gegenübersteht, kann man ebenso ins Nachdenken kommen wie ein Autofahrer, der Bären die Wand eines Hochhauses erklimmen sieht.

Schon gewusst: Improvisation und die Schaffung neuer Regeln sind Grundlangen der Urban Art und des dazugehörigen Hiphop

Eine Kunstform zeigt sich urban, weltoffen und rebellisch

Urbanart gehört zur Stadt, ist ein Teil von ihr, erobert sich Stadtraum zurück und möchte immer stärker als eigene Kunstform wahrgenommen werden. Viele Metropolen reagieren auf diese Entwicklung und erkennen, das Potenzial dieser Kunstform für ihre Städte und weisen Orte aus, wo ausprobiert und gesprayt werden darf. In München im ehemaligen Schlachthofviertel beispielsweise. Oder im Mauerpark Berlin in Prenzlauer Berg. Gerade dank des Nebeneinanders ganz unterschiedlicher Straßenkunst, die ständig übersprüht oder an benachbarter Stelle fortgeführt wird, entstehen Begegnungsorte von eigenem Charakter. Häufig für ein Publikum, das an Urban Art interessiert und einer alternativen Szene zuzuordnen ist. Künstlerische Festivals wie das die Urban Art Biennale in der Völklinger Hütte werden von Tausenden besucht und laden Straßenkünstler auch zum ortsspezifischen Work-in-Progress ein und untermalen das Ganze mit Konzerten. Vor den Augen eines staunenden Publikums entstehen dabei – ebenso wie in den Zentren von Montreal, Istanbul, Brüssel oder Buenos Aires – mit Kreide gemalte dreidimensionale Kunstwerke, die für den Betrachter täuschend echt eine zweite Realität wahrnehmbar werden lassen. Da öffnen sich etwa in den Kunstwerken von Julian Beever Treppenabgänge in U-Bahnschächte, schwimmen Delfine in einem großen Bassin oder steigen Feuerwehrmänner in eine aufgebrochene Straße. Viele Sprayer sind längst arrivierte Künstler. „Kobra“ etwa ist ein Street-Artist, der auch in New York mit riesigen Kunstwerken auf sich aufmerksam macht und weltweit zu Ruhm gelangt ist. Wer die ehemalige Schnellbahntrasse „High Line“ in New York entlang spaziert, hat nicht nur großartige Ausblicke in urbane Stadtwelten, umgeben von Wiesenblumen und summenden Bienen. Er sieht auch auf die kraftvollen Riesengemälde des Mauer-Meisters, die mit den Straßenzügen und dahinter stehenden Hochhausfassaden in ein eigenes Wechselspiel eintreten. So wie Urban Art Raum gestaltet, so eröffnet das Berlin Festival 2016 Kunstinteressierten neue Möglichkeiten und Perspektiven.

Schon gewusst: Die junge Kunstform ist so vielseitig, dass es keine einfache Schablone oder ein allgemeines Werkzeug gibt, um Sie auf alle Werke anzuwenden

Die Location als Gesamterlebnis · Das Berliner Kraftwerk

Das Festival in Berlin Mitte an der Köpenicker Straße ist der Kunstmarkt für zeitgenössische Kunst und Urban Art, die noch erschwinglich sind. Für Kunstliebhaber, die auf Spurensuche gehen. Kunst aller Art kann der Besucher entlang locker gestellter Stellwände entdecken und sein persönliches Lieblingsstück finden.
Und nun auch Urban Art jenseits von Auktionshäusern und Edelgalerien. Der Veranstaltungsort im ehemaligen Heizkraftwerk bietet ein unglaubliches Erlebnis, das der Kunst einen angemessenen Rahmen gibt. Das Gebäude ist zeitgleich mit der Mauer zwischen 1960 und 1964 erbaut worden und besticht mit einer offenen Fabrikarchitektur, die ständig neue Perspektiven und Sichtachsen ermöglicht. Das jährlich stattfindende Festival bringt Künstler und Kunstbegeisterte zusammen. Unkompliziert, inspirierend und offen für Dialog. Wer Künstler am Puls der Zeit erleben möchte – hier kann er sie kennenlernen und Kontakte herstellen. Ob Urbanart als Graffiti, im Kontext mit Hip Hop oder rein bildhaft: Das Art-Festival 2016 präsentiert auf einer Fläche von 4.000 Quadratmetern spannende Kunst aus 24 Ländern. Es sind auch Künstler vertreten, die noch nicht so bekannt oder erst dabei sind, sich einen Namen zu machen. Deren Street Art jedoch animiert, aufrüttelt und anregt. Und natürlich gekauft werden kann. Street Art ist authentisch. Sie reflektiert das menschliche Zusammenleben, wirft Fragen auf. Sie beugt sich weder Konventionen noch Regeln und ist daher glaubwürdig. Street Art ist eine junge Kunst. Auch deswegen ist sie stark mit dem Hip Hop verbunden. Denn auch Hip Hop wird im öffentlichen Raum getanzt, lebt vom Spontanen, bezieht zufällige Passanten in das rhythmische Happening mit ein. Und wie kommt man an Tickets? Der Kontakt ist unkompliziert über die Webseite möglich. Hier erfährt man alle wichtigen Infos und Details. Wer sich diesen einzigartigen Berliner Kunstmarkt 2016 nicht entgehen lassen möchte, kann sich schon jetzt Tickets sichern. Im Onlineshop des Festivals können vorab Tagestickets bestellt werden – Kinder unter 12 Jahren sind übrigens kostenlos!